Geschichte

Im Dorfmuseum

lässt sich unsere jüngere Geschichte gut entdecken...

Wer noch mehr wissen möchte, wendet sich bitte an den

Heimatverein Ohlstadt

Ansprechpartner 1. Vorsitzender:
Michael Strauß
Telefon: 08841 67 65 65

Die Veste Schaumburg

In einer Schenkungsurkunde vom 31. Juli 835, in der ein Ehepaar namens Alprich und Imma sowie deren Sohn Diakon Zotto ihren Besitz zu "Auwolfstetin" dem nahen Kloster Schlehdorf übereignen, tritt der Name Ohlstadt für das Dorf unterm Heimgarten erstmals schriftlich in Erscheinung.

Funde in Weichs im Ortsbereich gehen bis in die Keltenzeit zurück. Eine Besiedlung läßt sich nach den Funden in der Schaumburg ("Schaumburger Scherben") bis in die Mittlere bis Späte Bronzezeit um 1700 bis 1250 v. Chr. nachweisen. Ohlstadt ist alter Kulturboden, den im Altertum auch Römer, Germanen und Hunnen durchzogen.

Südöstlich von Ohlstadt erhebt sich auf einem Felsvorsprung 904 m ü. d. M. die "Veste Schauenburg", das alte "castrum Skoyenburg", als älteste Höhenburg des Loisachtales. 1096 war Rudolf von Owelstadt Besitzer der Burg.

Aus dem Herrschaftsbezirk um die Schauenburg entwickelte sich die "Hofmarch Ollstadt", die das Kloster Schlehdorf 1493 kaufte und danach die niedere Gerichtsbarkeit bis 1803 ausübte. Während der Klosterherrschaft verfiel die alte, geschichtsträchtige Burg, und so sind heute keine Gebäudereste mehr vorhanden.

Die Pfarrkirche St. Laurentius

Die Ohlstädter Pfarrkirche St. Laurentius findet erstmals 1085 als St. Lorenzkirche "ze Owelstat" und dann 1271 als Kirche von "Aulstadt" Erwähnung. Im Jahre 1702 brannte das Gotteshaus ab, und die Weihe der neuen Kirche erfolgte 1762. Der Neubau war im Barockstil der damaligen Zeit erfolgt.

Wetzsteinmacher und Kalkbrenner

Ohlstadt hat bis heute überwiegend landwirtschaftlichen Charakter. Milch- und Viehwirtschaft hatten dabei stets Vorrang. Die Forstwirtschaft wird seit dem 18. Jahrhundert eigenständig und in Privatbesitz betrieben. Das Dorf war über 600 Jahre lang ein Zentrum der Wetzsteinmacherei. Dieses Handwerk findet erstmals 1350 urkundlich Erwähnung. Die östlich von Ohlstadt gelegenen Steinbrüche lieferten das Rohmaterial, wobei man 141 Gesteinsarten für die Wetzsteine unterschied.

Das Absatzgebiet erstreckte sich bis in die Balkanländer.1953 kam dieses Gewerbe zum Erliegen, als Maschinen und Kunststeine das heimische Naturprodukt verdrängten.
Ein anderes, schon 1939 erloschenes Handwerk war die Kalkbrennerei, wobei sich das Gestein der umgebenden Berge besonders gut eignete. Für kurze Zeit wurde auch Braunkohle in Buchenried bei Ohlstadt abgebaut. Wenig ertragreiche Flöze und schlechte Qualität machten diese Arbeit jedoch bald unrentabel.

Ohlstadt und der Tourismus


Zwischen dem Staffelsee und Garmisch-Partenkirchen begann sich seit 1880 der Fremdenverkehr in Ohlstadt zu entwickeln und wurde zu einem beachtlichen wirtschaftlichen Faktor für die Gemeinde.

Umgeben von bewaldeten Hügeln, voralpinen Seen und dem Naturschutzgebiet Murnauer Moos bietet Ohlstadt vielseitige Erholungsmöglichkeiten. Gut markierte Wanderwege sowie die Möglichkeit zu Bergtouren erschließen die Schönheit der Landschaft mit dem Heimgarten (1790 m) als höchster Erhebung.

Das Ohlstädter Wappen

Das Wappen Ohlstadts, oben einen Pferdekopf darstellend, versinnbildlicht das nahegelegene Bayerische Haupt- und Landgestüt Schwaiganger mit seiner tausendjährigen Geschichte. Der untere Teil zeigt ein Wasserrad, das auf die langjährige Wetzsteinmacherei hinweist.
Seit der Gebietsreform im Jahre 1978 ist die Gemeinde Ohlstadt Sitz einer Verwaltungsgemeinschaft, zu der die Gemeinden Eschenlohe, Schwaigen und Großweil gehören.

Ein Hauch von Olympia

Weltberühmt wurde Ohlstadt durch seine erfolgreichen Bobsportler:
4 Olympische Medaillen,
9 Weltmeistertitel,
9 Europameistertitel,
sowie 35 Deutsche Meistertitel sind die Ausbeute aus den bisher über 40 Jahren Bobsport unter´m Heimgarten.

Das kleine Wunder Bobdorf Ohlstadt

„Nein, eigentlich kann niemand so genau sagen, wie der Ort so berühmt und erfolgreich geworden ist“ sagt Stefan Gaisreiter, der zweifache Welt- und Europameister, Olympia-Medaillengewinner und Deutsche Rekordmeister im Zweier- und Viererbob. Unzählige Titel haben Ohlstadts Bobsportler an die Ortsfahne geheftet. „Es gibt keine spektakulären Zusammenhänge“, erinnert sich Gaisreiter, „sicher hat die Hanglage des Ortes dazu beigetragen“. Dazu kam die Einstellung zum Bobsport, der unbeugsame Trainings- und Leistungswille, die einmalige Kameradschaft und die Begeisterung im Voralpendorf. Diese Zusammenhänge hatten große Bedeutung, das mag es wohl sein, das „kleine Wunder“.

Abenteuerlich klingen die ersten Schritte der Heimgartengemeinde auf dem Weg zu einer Weltmacht im Eiskanal. 1936 muss als erster Markstein auf diesem Weg festgehalten werden: Die Olympischen Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen bringen den Bobsport an den Riessersee und die ersten erfolgreichen Sportler in den Kreisort.

Krönung für den Verein war 1972 die Goldmedaille im Eiskanal von Sapporo (Japan) im Zweierbob. Ausnahmepilot Wolfgang Zimmerer und Peter Utzschneider hatten ihren Spitzenplazierungen von Welt- und Europameisterschaften die Krone aufgesetzt. Im Viererbob gewinnen die Männer mit Stefan Gaisreiter und Walter Steinbauer Bronze. Bei dieser Olympiade waren 9 Aktive aus Ohlstadt am Start, immerhin 10% der gesamten bundesdeutschen Olympiamannschaft.

Der letzte große internationale Titel ist der Weltmeistertitel von 1979 im Viererbob mit Stefan Gaisreiter an den Steuerseilen. In den folgenden Jahren erreicht der Verein mit verschiedensten Mannschaften viele Spitzenplazierungen bei nationalen und internationalen Rennen.

Der Bau einer Sommer-Anschubbahn 1982 am Sportplatz bietet auch heute noch optimale Trainingsvoraussetzungen. Nach dem Gewinn der Junioren-Weltmeisterschaft der Mannschaft Christoph Gaisreiter im Zweier- und Viererbob 2005 konnte der Trainingsstützpunkt saniert werden und dient der Nachwuchsförderung sowie für verschiedene Events. Auch ein historisches Bobsportmuseum wird in das Gebäude am Stützpunkt integriert.

Ohlstadt ist ein kleiner Ort im Landkreis Garmisch-Partenkirchen, der sich unverrückbar ins Gästebuch dieser bedeutenden Stätten und in die Bobsportgeschichte eingetragen hat.

Ohlstädter Erfolgsbilanz 1951 – 2010

1x Silber

2x Bronze

9x Weltmeisterschaftssiege

9x Europameisterschaftssiege

35 Deutsche Meistertitel

73 Medaillenplätze bei Welt-, Europa- und internationalen Meisterschaften

der Zweier- und Vierer-Bobmannschaften:

Wolfgang Zimmerer - Stefan Gaisreiter - Franz Schelle
Toni Pensberger - Herbert Pitka - Klaus Heiß - Toni Fischer
Walter Vorderwühlbecke - Andreas Weickenstorfer - Sepp Dostthaler
Peter Sadler - Christoph Gaisreiter